Der DJ

und was man darüber wissen sollte...

Immer mehr Brautpaare bzw. Veranstalter von privaten Festen und Betriebsfeiern greifen auf einen mobilen Discjockey zurück. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die meisten mobilen Discos bieten ein vielfältiges Musikprogramm und können so nahezu jeden Musikwunsch erfüllen. Oft werden den DJ's jedoch negative Eigenschaften angehaftet: Zu laut, zu unflexibel, nicht dem Anlass entsprechend gekleidet.

 

Deshalb empfiehlt sich in einem Vorab-Gespräch, einige Dinge zu klären und den Diskjockey auf seine Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Privatfeiern zu prüfen. Stellen Sie daher zunächst den finanziellen Aspekt (auch wenn die Anbieter zum Teil große Preisunterschiede aufweisen) in den Hintergrund, sondern beachten Sie folgende Kriterien:

 

• Wie lange ist der Discjockey schon aktiv?

• Welche Art von Hintergrundmusik zum Essen kann er anbieten?

• Verfügt er über eine Auswahl an Musik für Paartänzer?

• Welche Brautwalzer hat er im Programm?

• Welche Musik wird bei unterschiedlich zusammengesetztem Publikum (Alter zw. 20 und 65 Jahren)

  gespielt?

• Welche Ausstattung (Musikanlage, Mikrofone, Lichteffekte, o.ä.) bringt er mit?

 

Lassen Sie sich nicht blenden von Angeboten wie z.B.: "120.000 Hits"... das sagt gar nichts aus. Einem gut sortierten Discjockey reicht eine Musikauswahl von mehreren hundert Titeln, wenn sich dort die "wahren Hits" finden lassen. Außerdem: Wo bringt er denn die Tonträger, auf denen sich die vielen Hits befinden, in Ihrem Veranstaltungsraum unter?

 

Auch ein DJ, der grundsätzlich alles hat und alles kann, sollte mit Vorsicht bedacht werden. Es mag sicherlich Allround-Künstler geben, doch werden Sie schnell mit Detailfragen das tatsächliche Können überprüfen (Haben Sie eigentlich etwas von "...." ?). Fragen Sie auch nach, wie ein Discjockey eine Veranstaltung gestaltet (Hat er eine Playlist und spielt diese einfach wie ein Band ab? Oder geht er individuell auf die Wünsche von ihnen und ihren Gästen ein?)

 

Kein Fest ist wie das andere, jede Feier stellt andere Ansprüche und Voraussetzungen und kann daher nicht nach "Schema F" abgewickelt werden.

 

In diesem Zusammenhang sollten Sie auch nachfragen, ob der DJ, Spiele oder Moderation anbietet. Dies kann auf einigen Feierlichkeiten nützlich und sinnvoll sein, während es auf anderen vollkommen deplatziert ist.

 

Ein guter Diskjockey sollte auch spontan auf die musikalischen Wünsche ihrer Gäste eingehen können und nicht einfach "sein" Programm abspulen.

 

Manche rollenden Discos bieten neben einer ausführlichen telefonischen Beratung auch ein individuelles Kundengespräch an. Hier haben Sie die Möglichkeit, den DJ selbst kennen zu lernen und sich verschiedene Dinge anzuhören, bzw. den groben Ablauf der Veranstalung vorab zu besprechen..

 

Auch die Auswahl des Brautwalzers muss sich ja nicht immer nur auf klassische Stücke beschränken - weniger tanzgeübte Paare sollten hierbei lieber einen langsamen Walzer oder auch etwas neues z.Bsp. ein Zusammenschnitt von Titeln ("Mashup") auswählen.

 

Manche Kunden wünschen sich, den Discjockey auch einmal "live" auf einer Veranstaltung erleben zu dürfen. Wenn dies im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung möglich ist - gut. Beachten Sie jedoch hierbei, dass viele Mobildiscos überwiegend private Familienfeiern veranstalten; hier ist es störend, wenn plötzlich Fremde auftauchen, um sich "mal eben" den Discjockey anzuschauen. Außerdem wird der DJ selbst vermutlich viel zu beschäftigt sein, um Fragen beantworten zu können. Verlassen Sie sich also lieber auf Ihren detaillierten Fragekatalog.

 

Große Anbieter sind häufig auf Hochzeitsmessen vertreten. Das Auftreten der Anbieter ist dort in der Regel seriös und professionell und die DJ's vor Ort verstehen ihr Handwerk. Erfahrungsgemäß sind dort die Standmieten sehr hoch, daher können sich es auch oft nur solche großen Agenturen leisten, sich dort zu präsentieren. Außerdem unterliegen die dort angebotenen Leistungen oft einem so genannten "Konkurrenz-Schutz", was bedeutet, das nicht selten nur EIN Anbieter sein Produkt präsentieren darf, was eine objektive Auswahl vor Ort oft erschwert. Die Agenturen sind meist bundesweit aktiv, haben eine Zentrale und mieten dann aus der Kartei heraus Sub-Discjockeys an.

 

Ob allerdings der Discjockey, der Sie auf der Messe beraten hat, auch tatsächlich Ihre Hochzeit durchführt, sollten Sie unbedingt an Ort und Stelle abklären, ebenso wie eingesetztes Equipment, was auf der Messe in der Regel immer repräsentativ wirkt. Problematisch wird es nämlich immer dann, wenn plötzlich ein fremder DJ, aus eventuell großer Entfernung, zu Ihrer Veranstaltung kommt, mit dem Sie vorher nicht die Möglichkeit hatten, individuelle Absprachen zu treffen.

 

Mobile Discjockey haben unterschiedliche Preisklassen. Das heißt nicht, dass eine teurer DJ gut sein muss und ein billiger schlechter. Bis ein DJ mit seiner mobile Disco bei Ihnen den ersten Tonträger abspielt, hat er bereits einige Stunden für Sie gearbeitet: Er hat Telefonate geführt, Briefe geschrieben, das Equipment eingeladen und war möglicherweise einige Zeit zum Veranstaltungsort unterwegs. Weiterhin wird er noch 1-2 Std. mit dem Aufbau beschäftigt sein. Jeder Discjockey muss sich mit Tonträgern auf dem Laufenden halten und Musik- und Lichtanlagen müssen beschafft, gewartet und gelagert werden. Es kann daher unklug sein, den Preis bis zur Unrentabilität zu drücken: Der Discjockey wird dann möglicherweise weniger motiviert, vorbereitet und weniger gut sortiert sein, was sich letztendlich auf die Qualität auswirkt.

 

Auch der Verzicht auf eine Lichtanlage aus Kostengründen sollte gut überlegt werden, da statische Beleuchtung in einem hellen Saal nicht unbedingt Tanz-Stimmung bei Ihren Gästen auslösen wird.

 

Viele Discjockeys bieten verhältnismäßig günstige Pauschalpreise an. Diese umfassen neben den Fahrtkosten, des Auf- und Abbaus die Kosten für die Stellung von Licht- und Musikanlage mit Tonträger auch eine bestimmte Anzahl von DJ-Stunden vor Ort. Wählen Sie hierbei einen Tarif, der i. d. R. zwischen sechs und acht Stunden reiner Musikspieldauer liegt. Fragen Sie nach, welche Kosten entstehen, wenn ein Discjockey über den vereinbarten Zeitraum länger bleibt. Es gibt DJ's, die möchten eine Veranstaltung zu einem bestimmten Zeitpunkt beenden. Das kann unter Umständen dazu führen, dass die Veranstaltung um 2.00 Uhr ein jähes Ende findet, weil die Musik plötzlich aussetzt und der Discjockey anfängt, sein Equipment abzubauen. Fragen Sie am besten vorab nach, um eine solche Überraschung zu vermeiden.

 

Sparen Sie auch nicht an der Möglichkeit der Hintergrundmusik zum Essen: Erstens schafft dezente Klassik, Easy Listening oder Dinnerjazz, Atmosphäre ohne aufdringlich zu wirken und zweitens geben Sie dem DJ die Möglichkeit, sich langsam auf die Gäste, die er ja zum ersten Mal sieht, einzustellen und sich vorzubereiten. Bedenken Sie, dass Sie bzw. ihre Gäste auch schon während des Essens ein Mikrofon benötigen oder vielleicht eine Darbietung zwischen den Gängen stattfinden soll, zu der die Anlage benötigt wird.

 

Zusammenfassend:

Es gibt keine Richtlinien, wie viel eine mobile Diskothek verlangen darf. Bevor bei Ihnen die Party steigt, ist der Discjockey bereits ca. 1 Stunden für die Vorbereitungen und die Anfahrt beschäftigt, danach etwa 2 Stunden für Aufbau, je nach Dauer 6 bis 8 Stunden für die musikalische Gestaltung und nochmals 2 Stunden für Abbau, Heimfahrt und Ausladen des Transportfahrzeugs. Es fallen Kosten für Tonträger, Licht- und Musikanlage und deren Einlagerung und Wartung an. Somit sind Preise zwischen 400 und 800 Euro - je nach Region und Ausstattung auch mehr - durchaus gerechtfertigt.

 

Bedenken Sie: Alleinunterhalter haben nicht selten einen wesentlich geringeren technischen Aufwand und kosten manchmal deutlich mehr. Wenn man Berichten im Fernsehen glauben kann, sind manche leider weder in der Lage, Noten zu lesen noch den richtigen Ton zu treffen... (ein Keyboard spielt auch ganz von alleine ;-) )